Deutscher JKA Karate-Bund e.V.
Regeln für die Durchführung von Wettkämpfen
Stand: August 2005
Verantwortlich für den Inhalt: Chief Instructor Hideo Ochi
Redaktion: Udo Meyer
Ó Deutscher JKA-Karate-Bund e.V., August 2005


A - Allgemeine Regelungen

1. Kampffläche

1.1 Die Größe der Kampffläche beträgt, 8 x 8 Meter. Sie soll eine ebene Oberfläche haben und aus Gründen der Sicherheit nicht zu glatt sein. Im Kata-Shiai ist keine Flächenbegrenzung vorgeschrieben, doch sollen Größe und Beschaffenheit der Fläche eine einwandfreie Vorführung erlauben.

1.2 Für die Kumite-Wettbewerbe werden die Startlinien für die beiden Kämpfer durch zwei ca. 1 Meter lange Linien markiert, die parallel verlaufend 3 Meter voneinander entfernt sind, senkrecht zur Frontseite der Kampffläche.

1.3 Der Ausgangspunkt für die Kata-Vorführungen (Startkreuz, Startlinie) soll gut sichtbar auf der Mittellinie der Kampffläche markiert sein. Die Länge der Startlinie oder des Startkreuzes soll ca. 50 cm betragen. Wird nach dem Flaggensystem gewertet, so sollen die beiden Startpunkte 4 Meter auseinander liegen.

1.4 Für Wettbewerbe im Jiyu-Ippon Kumite und im Kihon Ippon Kumite wird die Größe der Kampffläche auf 5 x 5 Meter festgelegt, die Startlinien der Kämpfer liegen 1 Meter auseinander.

2. Kleidung der Wettkämpfer

2.1 Die Kämpfer tragen ein sauberes, weißes Karategi. Zum Gi dürfen nur das Dojoabzeichen oder das DJKB-Abzeichen getragen werden (Brustseite links).
Frauen tragen ein weißes T-Shirt unter dem Karategi.

2.2 Die Gürtelfarbe muß dem zuletzt erworbenen Grad entsprechen, zusätzlich tragen beide Kämpfer Wettkampfgürtel (aka = rot, shiro = weiß).

2.3 Fuß- und Fingernägel müssen kurz geschnitten sein, metallische Gegenstände (Ringe, Ohr- und. Nasenstecker, Kettchen, Haarspangen usw.) sowie Bänder oder Uhren und andere, nicht zur Bekleidung gehörende Gegenstände, von denen eine Verletzungsgefahr ausgehen kann, müssen vor dem Kampf abgelegt werden.
Kieferorthopädische Regulierungsgeräte (Zahnspangen, Brackets etc.) müssen vom Zahnschutz abgedeckt sein.
Frauen tragen ein weißes T-Shirt unter dem Karategi.

2.4 Die Haare müssen so getragen werden, dass der Wettkämpfer in der Sicht nicht behindert wird. Dazu verwendete Hilfsmittel (Haarband, Haargummi, Haarnetz) müssen unauffällig gefärbt sei, dürfen das Sichtfeld nicht einschränken und die Ohren nicht bedecken.

2.5 Das Tragen von Brillen, auch Sportbrillen, ist im Kumite grundsätzlich verboten. Ausnahmen regelt die Sportordnung. Weiche Kontaktlinsen können auf eigene Gefahr getragen werden.

2.6 Das Tragen von Zahnschutz ist erlaubt und kann durch die Ausschreibung vorgeschrieben werden, ebenfalls der Tiefschutz bei Männern bzw. der Brustschutz bei Frauen Der Zahnschutz muss unauffällig gefärbt sein (weiß, farblos, fleischfarben).
Sonstige Schützer (Faust-, Ellenbogen- und. Schienbeinschützer) dürfen nicht getragen werden. Vom Wettkampfarzt auf Grund von Verletzungen am Wettkampftag angelegte Bandagen und Verbände bedürfen der Genehmigung durch die Wettkampfleitung.

3. Proteste

3.1 Die Wertungsentscheidungen der Kampfrichter sind Tatsachenentscheidungen,. gegen die kein Protest eingelegt werden kann.

3.2 Bei formalen Fehlentscheidungen der Kampfrichter gegen die Turnierordnung kann durch den Betreuer des Kämpfers beim KR-Obmann oder der Wettkampfleitung bzw. dem Kampfrichterreferenten Protest eingelegt werden. Wettkämpfer dürfen nicht persönlich gegen KR-Entscheidungen protestieren.

4. Teilnahme von Jugendlichen an Meisterschaften

Jugendliche Karateka bis 17 Jahre dürfen nur mit schriftlicher Erlaubnis der Erziehungsberechtigten an Meisterschaften teilnehmen. Bei Jugendlichen bis 14 Jahre kann diese Erlaubnis das Tragen einer Sportbrille einschließen.

5. Ergänzungsbestimmungen

Wird eine Situation durch die Regeln der Turnierordnung nicht erfaßt oder bestehen Zweifel über die Anwendbarkeit dieser Ordnung auf die Situation, so haben die Kampfrichter oder die Wettkampfleitung/Kampfrichterreferent im Sinne des Karate Do eine gemeinsame Lösung zu finden oder den Fall zu entscheiden.

6. Inkraftreten

Die Turnierordnung des DJKB e.V. trat mit Wirkung vom 5.4.94 in Kraft.
Im August 1999 wurde sie ergänzt durch die Regeln für Jiyu-Ippon Kumite und Kihon-Ippon Kumite.
Im April 2002 wurde sie ergänzt durch die Regeln für Mubobi im Kumite-Shiai und es erfolgten einige redaktionelle Änderungen.
Im März 2003 erfolgten Ergänzungen bei den allgemeinen Regelungen, beim Jiyu- und Kihon-Ippon Kumite.
Im August 2005 erfolgten Ergänzungen bei den allgemeinen Regelungen.



B - Regeln für das Kumite-Shiai

1. Organisation

1.1 Ausrüstung an der Kampffläche
Pro Kampffläche sind vom Veranstalter/Ausrichter nach Absprache folgende Hilfsmittel bereitzustellen:

2. Wettkampfformen


 
2.1 Folgende Wettkampfformen sind möglich:
2.3.1 Siegerbestimmung im Mannschaftskampf Sieger ist die Mannschaft mit der größeren Zahl von Einzelsiegen. Bei gleicher Anzahl von Einzelsiegen wird der Sieg zunächst über die Unterbewertung ermittelt. 2.3.2 Unterbewertung Für die Unterbewertung sind ausschließlich die Wertungen der Sieger maßgebend. Unentschiedene Kämpfe und die Wertungen der Verlierer bleiben unberücksichtigt. Awazete Ippon zählt wie zwei Wazaari. Disqualifikationssiege zählen als Ippon. Der Ippon ist die stärkste Wertung und zählt mehr als Awazete-Ippon.
Bei der Unterbewertung ist folgendermaßen zu verfahren:
  • Zunächst werden die Ippon-Siege verglichen und die Mannschaft mit der größeren Anzahl von Ippon-Siegen gewinnt. Bei Gleichstand der Ippon-Siege werden jetzt die nicht durch lppon gewonnenen Kämpfe berücksichtigt.
  • Man vergleicht die Anzahl der Wazaari der Sieger beider Mannschaften. Die Mannschaft mit der größeren Anzahl von Wazaari hat gewonnen.
  • Geht auch der Vergleich der Wazaari unentschieden aus, muß ein Stichkampf die Entscheidung bringen.
2.3.3 Stichkampf Beide Mannschaften stellen je einen Kämpfer. Die Bewertung und der Ablauf des Kampfes entsprechen dem Einzelkampf, d.h. der Kampf geht bis zur Entscheidung. Diejenige Mannschaft, deren Kämpfer siegt, hat gewonnen.

3. Kampfablauf

3.1 Der Listenführer verliest die Namen der Kämpfer (beginnend mit SHIRO), welche jeweils mit dem entsprechenden farbigen Zusatzgürtel gekennzeichnet am jeweiligen Kampfflächenrand Aufstellung nehmen. Auf ein Zeichen des HKR betreten sie gemeinsam die Kampffläche und nehmen an der vorgesehenen Linie Aufstellung und verbeugen sich zueinander. Auf das Kommando "Shobu Ippon Hajime" beginnen sie zu kämpfen.

3.2 Auf das Kommando "Yame" kehren sie auf ihre Ausgangslinie zurück und erwarten die Anweisungen des HKR.

3.3 Die Kampfleitung obliegt alleine dem Hauptkampfrichter.

3.4 Verlassen der Kampffläche
Kein Kämpfer darf die Kampffläche während des Kampfes verlassen. Auch in begründeten Fällen (z.B. Gi-Wechsel, medizinische Versorgung) bedarf dies der Genehmigung durch den HKR. Tritt ein Kämpfer im Kampfverlauf aus der Kampffläche, unterbricht der HKR den Kampf und mahnt "Jogai" an. Techniken eines außenstehenden Kämpfers werden nicht gewertet, Techniken des innerhalb stehenden Kämpfers können wertbar sein.

4. Kampfdauer

          4.1 Ein Kampf dauert grundsätzlich 2 Minuten.

Finalbegegnungen können über eine Kampfzeit von 3 Minuten angesetzt werden, diese Entscheidung trifft die Wettkampfleitung bzw. der Kampfrichterreferent.

4.2 Ein Kampf kann vorzeitig beendet werden durch Sieg (Kachi), Aufgabe (Kiken) oder Disqualifikation (Hansoku).

4.3 Im Einzelwettbewerb und im Mannschaftsstichkampf kann ein Kampf verlängert werden. Die Dauer einer Verlängerung beträgt 2 Minuten. Die Verlängerung ("Saishiai") ist ein neuer Kampf, Strafen aus der normalen Kampfzeit werden nicht in die Verlängerung übernommen. Endet auch die Verlängerung einer Begegnung unentschieden, müssen die Kampfrichter über Hantei eine Entscheidung treffen.

4.4 Die Kampfzeit beginnt mit dem "Hajime" des HKR und endet mit dem zweiten Signalton des Zeitnehmers. Kampfunterbrechungen ("Yame") zählen nicht zur Kampfzeit. Wertungen können nur während der Kampfzeit erzielt werden, Strafen können während des gesamten Kampfablaufes, also auch vor und nach dem Kampf, durch den HKR verhängt werden. Dieser hat Autorität auch über das Umfeld der Kampffläche und ist für einen störungsfreien Kampfverlauf verantwortlich.

5. Kriterien zur Ippon Wertung

5.1 Dies sind die Zielregionen für eine wertbare Technik: 5.2 Ippon soll bei der Erfüllung folgender Kriterien gegeben werden:

Wenn eine exakte, kraftvolle, karatemäßig ausgeführte Technik (Keri, Tsuki, Uchi) ausgeführt auf eine Zielregion, die nachfolgenden Bedingungen erfüllt:

5.3 Techniken, die folgenden Situationsbedingungen erfüllen, sollen als Ippon gewertet werden, auch wenn sie die unter 5.2 genannten Kriterien nicht in allen Punkten erfüllen:
    • Ein Angriff, genau in dem Augenblick, wenn der Gegner eine Bewegung auf den Angreifer zu macht (Deai)
    • ein Angriff genau in dem Augenblick, wenn der Gegner vom Angreifer aus dem
    • Gleichgewicht gebracht wurde (Ashi-Barai)
    • eine Kombination von erfolgreichen und effektiven Techniken (Ren-Tsuki/Keri Waza)
    • ein Angriff, wenn der Gegner seinen Kampfgeist verloren hat und dem Angreifer den Rücken zukehrt
    • ein Angriff auf eine ungeschützte Stelle ohne Reaktion des Gegners

6. Kriterien zur Kampfentscheidung

Sieg und Niederlage werden auf der Basis von Ippon, Kiken und Hansoku vergeben. Erzielt ein Kämpfer während der regulären Kampfzeit 2 Wazaari, so werden sie als Awazete lppon gewertet und der Kampf ist beendet. Wird der Kampf nicht während der regulären Kampfzeit durch Ippon, Hansoku oder Kiken entschieden, so sollen die Kampfrichter durch "Hantei" entscheiden. Folgende Gesichtspunkte sind beim Hantei zu beachten:


7. Regelwidrigkeiten

Die folgenden Handlungen und Techniken sind verboten und werden bestraft:
    • Angriffe gegen die Geschlechtsteile und mit der offenen Hand ins Gesicht, Berühren der Kehle
    • direkte Angriffe gegen das Schienbein oder die Fußbrücke (Rist)
    • direkte Angriffe gegen das Knie-, Hüft- o. Schultergelenk
    • Stöße mit dem Kopf, dem Knie oder der Schulter
    • gefährliche Würfe
    • unnötiges Greifen oder Festhalten des Gegners
    • wiederholtes in den Clinch gehen
    • Vortäuschen einer Verletzung
    • unsportliches Verhalten, Provokationen, unnötiges Sprechen, Verstoß gegen die Etikette
    • Techniken oder unkaratemäßige Bewegungen ohne Kontrolle, die den Gegner gefährden oder verletzen

8. Strafen, Verwarnungen, Disqualifikation

Wir unterscheiden drei Strafstufen:
    • die Ermahnung
    • Hansoku Chui
    • Hansoku Make

8.1 Ist ein Kämpfer im Begriff, eine Regelwidrigkeit zu begehen oder hat er sie bereits begangen, so soll der HKR ihn ermahnen.

8.2 Wiederholt der Kämpfer diese Regelwidrigkeit oder begeht einen anderen Regelverstoß, so ist er vom HKR zu verwarnen (Hansoku Chui).

8.3 Wiederholt er sein Vergehen erneut oder begeht einen anderen Regelverstoß, erfolgt die Disqualifikation (Hansoku Make).

8.4 Ein Disqualifikationssieg wird dem Gegner mit Ippon gutgeschrieben.

8.5 Die Schwere eines Regelverstoßes kann, nach Entscheidung der Kampfrichter, sofort zur Hansoku Chui Strafe oder zur Disqualifikation führen.

8.6. Bei den folgenden Verstößen ist der Kämpfer sofort zu verwarnen oder zu disqualifizieren:

    • wenn ein Kämpfer oder sein Begleitpersonal (Mannschaftskameraden, Trainer, Betreuer) die Anweisungen des HKR nicht sofort befolgen.
    • wenn ein Kämpfer durch seine Unbeherrschtheit oder fehlende Karatetechnik und mangelnde Kontrolle eine Gefahr für seinen Gegner darstellt.
    • wenn der Kämpfer durch eigene Schuld seinen Gegner verletzt, so daß dieser in der Weiterführung des Kampfes beeinträchtigt ist, erfolgt "Hansoku Chui" Strafe. Ist die Beeinträchtigung erheblich oder ist der Verletzte an der Weiterführung des Kampfes gehindert, erfolgt die Disqualifikation (Hansoku Make).

9. Verlassen der Kampffläche (Jogai)

Berührt ein Kämpfer durch eigenes Verschulden mit einem Körperteil den Boden ausserhalb der Kampffläche soll auf Jogai entschieden werden.
Beim zweiten Jogai wird eine Verwarnung mit Jogai-Chui ausgesprochen, beim dritten Jogai wird der Kämpfer disqualifiziert (Jogai-Hansoku).

10. Mubobi

Wenn ein Kämpfer sich selbst durch Vernachlässigung der eigenen Verteidigung in Gefahr bringt oder den Kampfgeist verliert soll auf Mubobi entschieden werden.
Beim zweiten Mubobi erfolgt eine Verwarnung mit Mubobi-Chui, beim drittenmal die Disqualifikation durch Mubobi-Hansoku.
Wird ein Kämpfer wegen Mubobi durch seinen Gegner verletzt, dann soll sowohl Mubobi als auch die entsprechende Bestrafung für den Gegner ausgesprochen werden.

11. Kampfentscheidung bei Kampfaufgabe

11.1 Weigert sich ein Kämpfer weiter zu kämpfen, so wird er zum Verlierer erklärt (Kiken).
11.2 Tritt ein Kämpfer nach dem 3. Aufruf (je 30 Sek. Zwischenzeit) nicht an, wird er zum Verlierer erklärt.

11.3 Können beide Kämpfer durch einen Umstand, den beide verschuldet haben, nicht weiter kämpfen, siegt der Kämpfer, der zu dem Zeitpunkt mit Wazaari führt. Bei Gleichstand entscheiden die Kampfrichter durch Hantei.

11.4 Ist ein Mannschaftskampf bereits entschieden, müssen die ausstehenden Kämpfe durchgeführt werden. Kampfverzicht oder Aufgabe ist nicht erlaubt.



C - Regeln für das Kata-Shiai

1. Organisation

1.1 Ausrüstung

Pro Kampffläche stellt der Ausrichter folgende Hilfsmittel zur Verfügung:

1.2 Listenführer

Der Listenführer ist verantwortlich für eine einwandfreie Listenführung, die richtige Streichung und die Addition der in die Wertung eingehenden Punkte. Er vermerkt den Namen der jeweils vorgeführten Kata in der Liste und wertet das Ergebnis später aus. Namen der Teilnehmer, Kata-Name und Punkte müssen sauber u. irrtumssicher in den dafür vorgesehenen Listen vermerkt werden.

1.3 Ansager

Bei einer Bewertung nach dem Punktsystem liest der Ansager, beginnend beim HKR, im Uhrzeigersinn die von den Kampfrichtern erteilten Punktwertungen laut und deutlich vor. Er wartet die Ermittlung der Gesamtpunktzahl ab und gibt diese bekannt.

2. Bewertungssysteme

Das Kata-Shiai kann folgendermaßen ausgetragen werden:

3. Durchführung des Turniers und Entscheidung

3.1 Flaggensystem

4. Bewertung

4.1 Beim Punktsystem legt das Kampfgericht vor Beginn eine bestimmte Punktzahl als Maß für eine durchschnittliche Leistung fest. Gibt ein Teilnehmer auf, so ist seine Leistung 0,0 Punkte, die Vorführung darf nicht mehr wiederholt werden.

Bei Ausführungsfehlern oder Balanceverlust müssen dem Teilnehmer - entsprechend der Schwere - Zehntelpunkte abgezogen werden. Nach einer Besprechung gibt der HKR den Punkteabzug bekannt (in der Regel zwischen 1/10 und 3/10 Punkten). Diesen Abzug muß jeder KR jetzt bei seiner Wertung berücksichtigen.

Es ist unzulässig, Pflicht- oder Kür-Kata, die als schwer und anspruchsvoll gelten, von vornherein mit einer höheren Punktzahl zu bewerten.

Bei Punktgleichstand zwischen zwei Teilnehmern wird zunächst die niedrigste, dann die höchste der gestrichenen Wertungen hinzugezählt. Ist immer noch Gleichstand, führen die Teilnehmer eine Stichkata nach eigener Wahl vor. Bei der Bewertung der Stichkata müssen die Kampfrichter eine Punktdifferenz von 1/10 Punkt einhalten.

4.2 Wenn beim Flaggensystem beide Teilnehmer die Kata abbrechen, werden beide disqualifiziert.

4.3 Kriterien zur Bewertung

Mit der Vorführung einer Kata stellt sich der Teilnehmer eine Aufgabe, die er bewältigen muß. Ist er dem Schwierigkeitsgrad der jeweils gewählten Kata und ihrer speziellen Elemente noch nicht gewachsen, so muß dies in der Punktwertung der Kampfrichter zum Ausdruck kommen. Hierzu kommen folgende Kriterien, die bei der Punktvergabe zu berücksichtigen sind:

    • korrekter Ablauf der Kata
    • Kime, Kontrolle der Kraft, Spannung u. Entspannung, so wie es den Elementen der Kata entspricht
    • Rhythmus und Geschwindigkeit
    • genaue Bewegungsrichtung (Embusen 1 Bodenlinie)
    • exakte Blickrichtung, Chakugan und Zanshin (Konzentration)
    • Verwirklichung der besonderen Elemente der Kata
    • Stärke der Techniken, Dynamik der Vorführung
    • Verständnis der Techniken und ihrer Bedeutung in der Kata (Bunkai)
    • Auftreten, Etikette, Haltung, Kampfgeist
Bei Mannschaftskata-Vorführungen sind das Maß der Synchronität und die mannschaftliche Geschlossenheit ein entscheidendes Kriterium zur Wertung.

D - Regeln für das Jiyu-Ippon Kumite

1. Auswahl der Techniken

Die Wettkampfform des Jiyu-Ippon Kumite sieht wahlweise (Ausschreibung/Kampfgericht) die folgenden Angriffstechniken vor:

2. Kampffläche

Die Maße der Kampffläche betragen 5m x 5m, die Startlinien der Kämpfer liegen 1 Meter auseinander.

3. Ablauf des Wettkampfes

3.1 Die aufgerufenen Kämpfer grüßen gemeinsam mit dem HKR am Flächenrand, begeben sich dann zu ihrer Startposition (Abstand 1 Meter) und verbeugen sich auf das Kommando "Otakeini Rei" gegeneinander.

3.2 Auf des HKR's Kommando "Aka kara Hajime" gehen beide in Kamae zurück.

  3.3 Der Angreifer kann für jede seiner Angriffstechniken seine Auslage (links/rechts Kamae) frei wählen.

3.4 Der Angreifer sagt seinen Angriff mit Technik und Stufe deutlich und unzweifelhaft an: "Oi Tsuki Jodan" z.B. und der Verteidiger kann jetzt seine Auslage noch einmal wechseln, er wiederholt dann unverzüglich die Ansage oder bestätigt mit "OSS". Aka sucht seine Angriffsdistanz und greift dann sofort an.

3.5 Nach jedem Angriff gehen beide Kämpfer wieder in die Ausgangsdistanz (in Shizentai) zurück und führen - nach der Vergabe der Wertung (s. 3.8) - auf das Kommando "Aka/Shiro tsuzukete" den Kampf weiter.

3.6 Erfolgt der Angriff mittels einer Fausttechnik, hält der Angreifer seine Tsuki-Technik solange gestreckt, bis der Verteidiger gekontert hat. Unvollständige und unkorrekt ausgeführte Angriffe müssen wiederholt werden, der Angreifer wird ermahnt u. ggf. bestraft.

3.7 Fußangriffe werden mit dem hinteren Bein ausgeführt und nach vorne in den Stand abgesetzt.

3.8 Unmittelbar nach der Durchführung der Technik zeigen die SKR ihre Wertungen für die Aktion an. Die Kämpfer gehen auf ihre Startposition zurück. Der HKR verkündet das Ergebnis der Wertungen und läßt den Kampf weiterlaufen.

3.9 Sind alle vorgeschriebenen Techniken von Aka und Shiro ausgeführt, entscheidet das Kampfgericht mit Hantei über den Sieg. Wertungen, Ermahnungen oder Strafen, Auftreten und Kampfgeist finden bei der Bewertung Berücksichtigung.

3.10 Im Falle eines Unentschieden hat jeder Kämpfer eine Technik seiner Wahl auszuführen, danach ist Pflichtentscheid.

4. Regelwidrigkeiten

4.1 Die folgenden Handlungen sind im Jiyu-Ippon Kumite verboten und werden bestraft.
4.2 Die Bestrafung erfolgt gemäß der Turnierordnung Kumite: Ermahnung, Hansoku Chuii, Hansoku Make.

In Zweifelsfällen soll der HKR Shugo und Hantei/Entscheidung durch die SKR anordnen.

Bei regelwidrigem Verhalten durch den Angreifer muss der Angriff wiederholt werden, um dem Verteidiger die Konter- und Wertungschance nicht zu nehmen.

5. Wertungskriterien im Jiyu-Ippon Kumite

Technikausführung (Kiai!), korrektes Auftreten der Kämpfer, Kampfgeist, Konzentration und Zanshin bilden die Basis der Bewertung.

Es gelten die Wertungskriterien zur Ippon-Wertung der Turnierordnung Kumite. Bei der Bewertung von Angriff, Block und Konter ist sowohl für den Angreifer als auch für den Verteidiger von den Ippon-Kriterien auszugehen. Die Wertungen werden mit "Wazaari" angezeigt.

Weitere Maßgaben zur Bewertung:

6. Weitere Regelungen

Ansonsten gelten die Regeln des Kumite Shiai.
Zusatz:

Jiyu-Ippon Kumite ist eine der fundamentalen Lern- u. Trainingsformen im JKA-Karate: achte daher auf ganz korrekte Ausführung des Ablaufes und auf starke, karatemäßige Technikausführung!

Dulde keine taktischen Vorteilsnahmen oder Finten durch einen der beiden Kämpfer. Im Vordergrund steht für uns die Ausbildung unserer jungen Nachwuchskarateka, nicht ein vergänglicher Turniererfolg!



E Regeln für das Kihon-Ippon Kumite

1. Auswahl der Techniken

Das Kihon-Ippon Kumite im JKA-Karate wird mit folgenden Angriffstechniken durchgeführt:

2. Ablauf des Wettkampfes

  • Nach Aufstellung und Gruß am Mattenrand betreten die Kämpfer die Kampffläche und verbeugen sich auf ein Zeichen des HKR hin.
  • Auf das Kommando des HKR ("Aka kara, Hajime") wählt Aka die korrekte Distanz zum Gegner, geht mit Gedan Barai links/rechts in Ausgangsposition zurück, faßt den Gegner ins Auge und sagt laut seinen geplanten Angriff und die Stufe an (z.B. "Mae Geri Chudan"). Der Verteidiger wiederholt dies oder bestätigt mit "OSS". Nun erfolgt sogleich der Angriff.
  • Nach jeder Aktion schließt der Verteidiger zu Shizentai auf und der Angreifer zieht sich in Shizentai zurück.
  • Bei unkorrekter Distanz zwischen den Wettkämpfern kann der HKR (SKR ggf signalisieren!) beide Kämpfer auf diesen Umstand hinweisen.
  • Der Angreifer läßt bei Faustangriffen seinen Arm solange stehen, bis der Verteidiger gekontert hat. Auch der Konter wird im Ziel fixiert (Distanzkontrolle!), danach gehen beide Kämpfer zeitgleich in Shizentai.
  • Der Verteidiger wählt seinen Block frei, aber die Ausführung muss stark und effektiv sein. Auswahl und Zielgebiet des Gegenangriffs sind ebenfalls freigestellt, aber es darf nur eine Kontertechnik zum Einsatz kommen.
  • 3. Regelwidrigkeiten beim Kihon-Ippon Kumite

    Folgende Verhaltensweisen gelten als Regelwidrigkeiten und werden angemahnt oder bestraft. Erfolgt ein Regelverstoß durch den Angreifer, ist der Angriff zu wiederholen.

    4. Wertungskriterien

    Im JKA-Karate zählt Kihon-Ippon Kumite zu den grundsätzlichen, fundamentalen Übungs-formen des Karate. Auf korrekte Ausführung und richtigen Ablauf dieser Übungsform muss daher auch im Wettkampf unbedingt Wert gelegt werden.

    Maßgebend für die Bewertung sind karategemäßes Auftreten und Verhalten, korrekte und gut kontrollierte Technik, Kampfgeist, Konzentration und Zanshin.

      • Zur Beurteilung der Techniken werden die Maßstäbe für die Punktvergabe der Turnierordnung Kumite herangezogen.
      • Abwehr und Konter sollen bereits in einem realistischen Timing, ohne Zwischenpausen durchgeführt werden. (Alter berücksichtigen!)
      • Atmung und Kiai sind Bestandteil der Karatetechnik und für die Wertung von großer Bedeutung.
    Nach Durchführung aller Angriffe durch die Kämpfer bewerten die Kampfrichter die Aktionen von Aka und Shiro abschließend im Hantei unter den oben genannten Aspekten.

    Das Kampfgericht hat die Möglichkeit, auch jede Aktion getrennt zu bewerten (s. Jiyu-Ippon Kumite). Die Entscheidung hierüber fällt die Wettkampfleitung/KR-Referent vor dem Turnier.

    5. Weitere Regelungen

    Ansonsten gelten die Bestimmungen des Kumite Shiai.
    Zusatz:

    Für Jiyu-Ippon Kumite und Kihon Ippon Kumite gilt im Turnierprogramm des DJKB der Grundsatz, dass Leistungsklasse (hier: Kyugrad u. Gürtelfarbe) Vorrang hat vor der Altersklasse.

    Grundsätzlich sollen Wettkämpfer, unabhängig von ihrem Alter, nur in den Wettkampfdisziplinen starten, die sie gemäß ihrer Graduierung und den Anforderungen der Prüfungsordnung auch bereits beherrschen.



    F - Kampfgericht

    1. Das Kampfgericht setzt sich zusammen aus dem Hauptkampfrichter(HKR) und den vier Seitenkampfrichtern (SKR). Im Kata-Punktsystem sollten, wenn möglich, sechs Seitenkampfrichter eingesetzt werden.

    2. Das Hinzuziehen eines Kampfrichterobmanns (KRO) ist möglich, bei größeren Turnieren sollte der KRO die Einhaltung der Turnierordnung durch die Kampfrichter überwachen, er hat dann bei Kampfrichterbesprechungen Stimmrecht.

    3. Der Kampfrichterreferent leitet den Einsatz der Kampfrichter und entscheidet in Zweifelsfällen und bei Protesten.

    4. Proteste können nur dem Kampfrichterobmann oder der Wettkampfleitung/KR-Referent vorgetragen werden. Sie haben als einzige Personen das Recht, in den Kampf von außen einzugreifen.

    5. Plazierung der Kampfrichter

    Bei den Kumite-Wettbewerben steht der Hauptkampfrichter bei der Eröffnung des Kampfes mit dem Rücken zum Tisch der Listenführer.

    Bei den Kata-Wettbewerben sitzt der Hauptkampfrichter mit Blickrichtung auf den Listenführertisch.
     



    Anhang

    Lexikon der Wettkampf-Kommandos und -Begriffe


     
    ai uchi gleichzeitiger Angriff
    aka rot
    aka (shiro) kara hajime "Die rote (weiße) Seite beginnt !" (Kihon/Jiyu Ippon Kumite)
    aka (shiro) no kachi Sieg für Rot (Weiß)
    aka (shiro) no kiken niyori  Aufgabe des Kampfes durch Rot (Weiß)
    ato shibaraku  Ansage 30 Sekunden vor Ablauf der Kampfzeit
    awazete ippon "Ergibt einen ganzen Punkt!"
    bunkai Anwendung der Kata
    chui  Verwarnung
    deai direktes Kontern eines Angriffs
    enbusen Schrittlinie der Kata
    enchosen Verlängerung, die erste positive Wertung siegt (sudden death)
    hajime "Fangt an !"
    hansoku Regelverstoß
    hansoku chui Verwarnung wegen Regelverstoß
    hansoku make Niederlage wegen Regelverstoß
    hantei(-toremas) Urteil - Aufforderung an die Seitenrichter zur Anzeige der Wertung
    hayai Anzeige, daß ein Angriff zuerst im Ziel war
    hikiwake unentschieden
    ippon ein ganzer Punkt
    jogai außerhalb der Kampffläche
    kachi Sieg
    keri Fußtechnik
    kiken Aufgabe
    maai falsche Distanz
    make Niederlage
    mienai Die Aktion/Technik ist nicht gesehen worden.
    moto no ichi Aufforderung, an die Startlinien zurück zu gehen
    nakae "Gehe zur Mitte !" (von außerhalb der Kampffläche)
    nuketemasu der Angriff verfehlte das Ziel
    otagai ni rei Gruß der Kämpfer untereinander
    sai shiai Verlängerung
    sentei kata ausgewählte Kata (mittlere Katagruppe)
    shikkaku Disqualifikation, Ausschluß vom Wettkampf
    shinpan ni rei Gruß zu den Kampfrichtern
    shiro weiß
    shobu ippon Sieg/Niederlage durch einen Punkt
    shomen ni rei Gruß zum Publikum
    (fukushin) shugo Besprechung der Kampfrichter
    soremade "Das ist Alles!" (Ende der Kampfzeit)
    tokui kata Spezialkata
    torimasen keine Wertung
    tsuzukete "Macht weiter!"
    uketemasu der Angriff war geblockt
    waza ari ein halber Punkt
    yame "Halt!"
    zanshin Aufmerksamkeit, Wachsamkeit


    Entscheidungsmöglichkeiten beim Hantei

    Nach Beendigung des Kampfes zeigen die Seitenrichter auf das Kommando Hantei des Hauptkampfrichters mit der weißen und/oder roten Flagge ihre Entscheidung über den Ausgang des Kampfes an. Der Hauptkampfrichter trägt, genau wie die Seitenrichter, mit einer Stimme zur Entscheidung bei. Es entscheidet die Mehrheit, bei mehreren Möglichkeiten zur Entscheidung kann der Hauptkampfrichter seiner Stimme den Vorrang geben.

    In der nachfolgenden Tabelle sind die Entscheidungsmöglichkeiten des Hauptkampfrichters bei verschiedenen Möglichkeiten der Seitenrichter-Anzeigen dargestellt.

    Es bedeuten dabei: S - shiro no kachi, A - aka no kachi, H - hikiwake.

    Anzeigen der Seitenkampfrichter Entscheidungsmöglichkeit(en) des Hauptkampfrichters
    S-S-S-S shiro no kachi
    S-S-S-H shiro no kachi
    S-S-S-A shiro no kachi
    S-S-H-H shiro no kachi oder hikiwake
    S-S-H-A shiro no kachi oder hikiwake
    S-S-A-A shiro no kachi oder hikiwake oder aka no kachi
    S-H-H-H hikiwake
    S-H-H-A hikiwake
    S-H-A-A aka no kachi oder hikiwake
    S-A-A-A aka no kachi
    A-H-H-H hikiwake
    A-A-S-S aka no kachi oder hikiwake oder shiro no kachi
    A-A-A-H aka no kachi
    A-A-A-A aka no kachi



    Maße und Markierungen der Kampffläche

    Kumite Shiai :

    Kampffläche 8m x 8m, Startlinien der Kämpfer mit 3m Abstand
     


     
     



     
    Kata Shiai, Flaggensystem :

    Kampffläche mindestens 8m x 8m, Startlinien der Kämpfer mit 3m Abstand
     


     
     
     
     



     
    Kata-Shiai, Punktsystem:

    Kampffläche mindestens 8m x 8m, 4 oder 6 Seitenkampfrichter
     


     
     
     
     



     
    Jiyu-Ippon Kumite und Kihon Ippon Kumite:

    Kampffläche 5m x 5m, Startlinien der Kämpfer mit 1m Abstand